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Historie

Vor nun mehr 50 Jahren, aus Schweden übernommen, führte das Berufsbild Tagesmutter in Deutschland zu einer neuen sozialen Bewegung und ist bis heute viel diskutiert. Es waren Frauen – vornehmlich Nachbarinnen oder Freundinnen – die die Kinder anderer Frauen betreuten, die wiederum ihren Beruf ausüben wollten. Bis heute werden damit gute individuelle Lösungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefunden. Bis heute aber ist der Blick auf alle Beteiligten noch immer getrübt: Die Kindertagespflege ist immer noch kein anerkannter Beruf. Und Mütter, die für ihre Kleinkinder zuhause bleiben, werden oftmals ebenso kritisch beäugt, wie die Mütter, die ihre Kleinkinder in die Betreuung geben. Kommunikation und Transparenz sind weiter gefragt, um gelungene und qualitative frühkindliche Betreuungsarbeit sichtbarer werden zu lassen.

Mit dem Elternrecht auf Frühkindliche Betreuung hat die Kindertagespflege seit 2013 bundesweit eine wichtige Stellung in der ergänzenden, familiennahen Kinderbetreuung für Kinder unter 3 Jahren eingenommen. Durch den Bundesverband Kindertagespflege werden seit 1978 Standards zu Qualifizierung und Qualitätsentwicklung ausgearbeitet, die sich in den Landesgesetzen der Bundesländer wiederfinden und die die Rahmenbedingungen jeder einzelnen Kommune mitgestalten. Somit sind die Umsetzungsvorgaben für die Kindertagespflege in Deutschland sehr vielschichtig und manchmal auch nicht vergleichbar.

Zudem gibt es die unterschiedlichsten Betreuungsformen: häusliche, in angemieteten Räumen, Krippen, Wiegestuben, Großtagespflegen mit bis zu 3 Betreuungspersonen sowie Kinderfrauen oder -männer, die im Haushalt der Eltern betreuen, inklusive Betreuungsformen, Vertretungskräfte und Notfallstützpunkte. Die mögliche Randzeitbetreuung weitet das Betreuungsalter sogar bis zu 14. Lebensjahr aus. Kindertagespflegepersonen kommen aus diversen sozialen, kulturellen und religiösen Gruppierungen, haben unterschiedlichste Vor- und Grundausbildungen und sind nicht mehr nur durch Frauen vertreten.

Kindertagespflege ist vielfältig, Abbild unserer Gesellschaft und nicht mehr aus der Betreuungslandschaft wegzudenken. Nun ist sie auch mit der Waldorfpädagogik eng verbunden!

Was wir an dem Kinde tun,

das tun wir nicht nur für den Augenblick,

sondern für das ganze Leben

Rudolf Steiner